Fachbegriffe aus Reinigerchemie, Rohstoffen und Kennzeichnung, erklärt aus der Praxis des Herstellers. Für Gewerbekunden, Werkstätten und alle, die Konzentrate sicher und wirtschaftlich einsetzen wollen.

Glossar der Reinigerchemie

231 Begriffe

A

Abfallschlüssel (AVV)Der Abfallschlüssel ist eine sechsstellige Nummer der Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV), die Abfälle nach Herkunft und Art einordnet. Gefährliche Abfälle sind mit einem Stern gekennzeichnet.AcetonAceton ist ein sehr flüchtiges Keton-Lösemittel, das Harze, Klebstoffe, Farben und viele Kunststoffe löst. Es ist hochentzündlich.ADRDas ADR ist das Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße. Es regelt Klassifizierung, Verpackung, Kennzeichnung und Papiere.AdsorptionAdsorption bezeichnet das Anlagern von Teilchen an der Oberfläche eines Feststoffs oder einer Grenzfläche. Das ist etwas anderes als Absorption, bei der ein Stoff aufgenommen wird.ÄtzwirkungÄtzende Stoffe zerstören bei Kontakt Gewebe, Haut und Augen. Das zugehörige Piktogramm ist GHS05, die Gefahrenhinweise sind unter anderem H314 und H318.AktivsubstanzDie Aktivsubstanz ist der wirksame Anteil in einem Rohstoff oder Produkt, im Gegensatz zu Wasser, Lösemittel und Nebenbestandteilen.Akute ToxizitätAkute Toxizität beschreibt die Giftigkeit nach einmaliger Aufnahme über den Mund, die Haut oder die Atemwege. Die Kategorien 1 bis 4 reichen von sehr giftig bis gesundheitsschädlich.Alkalischer ReinigerAlkalische Reiniger haben einen pH-Wert über 7. Sie lösen vor allem Fett, Öl, Eiweiß und andere organische Verschmutzungen.Alkylpolyglucosid (APG)Alkylpolyglucoside sind nichtionische Tenside aus Fettalkoholen und Glucose. Sie gelten als hautverträglich, sind alkalistabil und schäumen gut.AluminiumAluminium ist ein unedles Metall, das durch eine natürliche Oxidschicht geschützt ist. Es ist amphoter: Starke Laugen und starke Säuren greifen es an.AmeisensäureAmeisensäure ist die einfachste organische Carbonsäure und stärker als Essigsäure. Sie löst Kalk effektiv und verdunstet rückstandsarm.AmidosulfonsäureAmidosulfonsäure (Sulfaminsäure) ist eine feste, kristalline Säure. Sie löst Kalk und lässt sich als Pulver sicherer lagern und dosieren als flüssige Mineralsäuren.AminoxidAminoxide sind Tenside, die in neutralem bis alkalischem Milieu nichtionisch und im sauren Bereich schwach kationisch wirken. Typisch ist Lauramin-Oxid.AmmoniakAmmoniak ist ein stechend riechendes Gas, das sich in Wasser als Ammoniaklösung (Salmiakgeist) löst. Die Lösung ist alkalisch und löst Fett und leichte Beläge.Amphoteres TensidAmphotere Tenside können je nach pH-Wert positiv, negativ oder beides geladen sein. Typisch ist Kokamidopropyl-Betain (CAPB).Anionisches TensidAnionische Tenside tragen eine negative Ladung am wasserfreundlichen Teil. Sie schäumen stark und sind in Reinigern weit verbreitet.AntrocknenAntrocknen bedeutet, dass der Reiniger auf der Fläche trocknet, bevor er abgespült ist. Das ist die häufigste Ursache für Flecken und Materialschäden.Aquatische ToxizitätAquatische Toxizität beschreibt, wie giftig ein Stoff für Gewässerorganismen ist. Sie bestimmt, ob ein Produkt als gewässergefährdend gekennzeichnet wird (GHS09).Arbeitsplatzgrenzwert (AGW)Der Arbeitsplatzgrenzwert ist die zeitlich gewichtete durchschnittliche Konzentration eines Stoffs in der Luft am Arbeitsplatz, bei der nach heutigem Wissen keine gesundheitlichen Schäden zu erwarten sind.ATMPATMP (Aminotris(methylenphosphonsäure)) ist ein aminhaltiges Phosphonat mit starker Kalkhemmung und Korrosionsschutz für Stahl.AuffangwanneEine Auffangwanne nimmt auslaufende Flüssigkeit aus Gebinden auf und verhindert, dass sie in Boden, Kanal oder Gewässer gelangt.AussalzenAussalzen heißt, dass gelöste Tenside durch hohe Salz- oder Elektrolytgehalte aus der Lösung gedrängt werden und sich als Trübung oder Schicht abscheiden.AwSVDie AwSV (Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen) regelt Lagern, Abfüllen, Umschlagen und Verwenden solcher Stoffe.

B

C

D

DampfdruckDer Dampfdruck gibt an, wie leicht ein Stoff verdampft. Je höher er bei einer bestimmten Temperatur ist, desto mehr Dampf entsteht.DampfreinigungDampfreiniger lösen Schmutz vor allem durch Wärme und Dampfdruck, meist ohne Reinigungsmittel. Im Sinnerschen Kreis ersetzen Temperatur und Mechanik die Chemie.DetergenzienverordnungDie Detergenzien- und Tensidverordnung (EU) 2026/405 löst die Verordnung (EG) Nr. 648/2004 ab. Sie regelt Sicherheit, Abbaubarkeit und Kennzeichnung von Wasch- und Reinigungsmitteln sowie Tensiden in der EU.DichteDie Dichte ist die Masse pro Volumen, meist in g/cm³ oder kg/l angegeben. Bei Flüssigkeiten wie Reinigerkonzentraten dient sie zur Mengenumrechnung und Qualitätskontrolle.DieselpartikelfilterDer Dieselpartikelfilter (DPF) fängt Rußpartikel aus dem Abgas von Dieselmotoren auf und verbrennt sie bei der Regeneration.Digitaler ProduktpassDer digitale Produktpass (DPP) macht Produktinformationen über einen Datenträger wie einen QR-Code digital abrufbar. Er ist Teil neuer EU-Regeln.DipropylenglykolDipropylenglykol (DPG) ist eine geruchsarme, schwer flüchtige Flüssigkeit, die als Lösevermittler, Koppler und Trägerstoff dient.DispergierenDispergieren heißt, feste Teilchen fein in einer Flüssigkeit zu verteilen und in der Schwebe zu halten. Dispergiermittel verhindern, dass sich Schmutz wieder absetzt.DispersionEine Dispersion ist ein Gemisch, in dem Teilchen oder Tröpfchen fein in einem anderen Stoff verteilt sind, ohne sich darin zu lösen.DosierhilfeDosierhilfen sind Messbecher, Dosierkappen, Pumpen oder Dosiergeräte, mit denen sich Konzentrate genau abmessen lassen.DosiertechnikDosiertechnik umfasst alle Hilfsmittel, mit denen Konzentrate genau in Wasser eingemischt werden: Messbecher, Dosierpumpen, Injektoren und Dosierstationen.DTPMPDTPMP (Diethylentriaminpenta(methylenphosphonsäure)) ist ein Phosphonat mit fünf Bindungsstellen. Es wirkt schon in niedriger Dosierung und verhindert besonders hartnäckige Beläge.DuftstoffDuftstoffe oder Parfümöle verleihen Reinigern einen Geruch. Sie tragen nichts zur Reinigungsleistung bei.

E

ECHADie ECHA (European Chemicals Agency) ist die Europäische Chemikalienagentur mit Sitz in Helsinki. Sie setzt REACH und CLP auf EU-Ebene um und führt die Datenbanken zu Chemikalien.EdelstahlEdelstahl (rostfreier Stahl) enthält mindestens etwa 10,5 Prozent Chrom, das an der Oberfläche eine dünne, selbstheilende Passivschicht bildet.EDTAEDTA (Ethylendiamintetraessigsäure) ist ein sehr wirksamer Komplexbildner. Er bindet Calcium, Magnesium und Schwermetalle fest, ist aber biologisch schwer abbaubar.EinweichenEinweichen bedeutet, Schmutz mit Wasser oder Reinigerlösung über längere Zeit aufzuweichen, bevor er entfernt wird.EinwirkzeitDie Einwirkzeit ist die Zeitspanne zwischen dem Auftragen des Reinigers und dem Abspülen oder Abwischen.ElektrolyttoleranzElektrolyttoleranz beschreibt, wie viel Salz, Säure oder Lauge eine Tensidlösung verträgt, ohne trüb zu werden oder sich zu trennen.EloxalEloxal ist eine auf Aluminium anodisch erzeugte, dicke Oxidschicht. Sie schützt die Oberfläche und lässt sich einfärben.EmailleEmaille ist eine glasartige Schicht auf Metall, zum Beispiel an Backöfen, Töpfen und Wannen.EmulgatorEin Emulgator ist ein grenzflächenaktiver Stoff, der eine Emulsion aus Öl und Wasser stabilisiert. Meist sind es Tenside mit passendem HLB-Wert.EmulgierenEmulgieren heißt, Öl oder Fett so fein in Wasser zu verteilen, dass es als stabile Emulsion in der Schwebe bleibt und sich abspülen lässt.EmulsionEine Emulsion ist ein Gemisch aus zwei nicht mischbaren Flüssigkeiten, meist Öl und Wasser, bei dem eine Flüssigkeit in feinen Tröpfchen in der anderen verteilt ist.EntfettenEntfetten heißt, Fett, Öl und Wachse von Oberflächen zu entfernen. Es geschieht über Verseifung, Emulgierung oder Lösemittel und gelingt besser bei höherer Temperatur.EntkalkenEntkalken heißt, Kalkbeläge mit Säure aufzulösen. Die Säure wandelt unlösliches Calciumcarbonat in lösliche Salze um.EntrostungEntrostung ist das Entfernen von Rost von Eisen und Stahl, chemisch oder mechanisch.EntschäumerEntschäumer sind Zusätze, die Schaum verhindern oder zerstören. Sie sind in sehr kleinen Mengen wirksam und werden dort eingesetzt, wo Schaum Prozesse stört.EnzymEnzyme sind Eiweiße, die chemische Reaktionen beschleunigen. In Reinigern spalten sie gezielt Eiweiß, Stärke, Fett oder Cellulose.EPDMEPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) ist ein Elastomer für Dichtungen an Fenstern, Fahrzeugen, Rohren und Dachbahnen.EssigsäureEssigsäure ist eine organische Säure mit charakteristischem Geruch. Haushaltsessig ist stark verdünnt, konzentriertere Lösungen sind ätzend und reizen die Atemwege.EthanolEthanol ist ein einfacher Alkohol, der Fett und viele organische Stoffe löst. Er verdunstet schnell, ist brennbar und wird für Reinigungszwecke meist vergällt.EthoxylierungsgradDer Ethoxylierungsgrad gibt an, wie viele Ethylenoxid-Einheiten (EO) im Durchschnitt an das Tensid gebunden sind. Er steuert Wasserlöslichkeit, HLB-Wert und Trübungspunkt.ExplosionsgrenzenDie Explosionsgrenzen geben den Konzentrationsbereich eines Dampfs in Luft an, in dem das Gemisch zündfähig ist. Es gibt eine untere (UEG) und eine obere (OEG) Grenze.

F

G

GebrauchslösungDie Gebrauchslösung ist der fertig angesetzte, verdünnte Reiniger, mit dem tatsächlich gereinigt wird.GefährdungsbeurteilungDie Gefährdungsbeurteilung ist die systematische Ermittlung und Bewertung von Gefahren am Arbeitsplatz. Sie bildet die Grundlage für Schutzmaßnahmen im Umgang mit Gefahrstoffen.GefahrstoffGefahrstoffe sind Stoffe und Gemische mit gefährlichen Eigenschaften, etwa ätzend, giftig, brandgefährlich oder umweltgefährlich. Entscheidend ist die Einstufung nach CLP.Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)Die Gefahrstoffverordnung regelt in Deutschland den Schutz von Beschäftigten beim Umgang mit Gefahrstoffen. Sie verpflichtet Arbeitgeber zu Gefährdungsbeurteilung, Schutzmaßnahmen und Unterweisung.Gehalt (Wirkstoffgehalt)Der Gehalt gibt an, wie viel Wirkstoff ein Produkt enthält, meist in Gewichtsprozent. „50 %ig“ bedeutet, dass die Hälfte der Masse der genannte Stoff ist, der Rest ist …GewichtsprozentGewichtsprozent (Massenprozent) gibt an, wie viele Gramm eines Stoffs in 100 Gramm Produkt enthalten sind. Volumenprozent bezieht sich dagegen auf das Volumen.GHS-PiktogrammeGHS-Piktogramme sind die Warnsymbole auf Chemikalienetiketten: schwarzes Symbol in roter Raute auf weißem Grund. Es gibt neun (GHS01 bis GHS09).GiftinformationszentrumGiftinformationszentren beraten bei Vergiftungen und Vergiftungsverdacht rund um die Uhr. Im Sicherheitsdatenblatt steht eine Notrufnummer, oft die des regionalen Zentrums.GLDAGLDA (Glutaminsäure-N,N-diessigsäure) ist ein Komplexbildner auf Basis von Glutaminsäure. Er bindet Calcium und Metalle und gilt als gut biologisch abbaubar.GlycerinGlycerin ist ein dreiwertiger Alkohol, der Feuchtigkeit bindet, schmiert und Flüssigkeiten vor dem Austrocknen schützt. Es ist mild und gut verträglich.GlykoletherGlykolether sind Lösemittel mit Ether- und Alkoholgruppe. Sie mischen sich mit Wasser und mit vielen organischen Stoffen und lösen Fett besonders gut.GrenzflächenspannungDie Grenzflächenspannung wirkt zwischen zwei nicht mischbaren Phasen, zum Beispiel zwischen Öl und Wasser. Je niedriger sie ist, desto leichter bildet sich eine feine Emulsion.GrundreinigungDie Grundreinigung entfernt festsitzenden Schmutz, Pflegefilm und Rückstände gründlich. Sie wird seltener durchgeführt als die Unterhaltsreinigung.

H

H- und P-SätzeH-Sätze (Hazard Statements) beschreiben die Gefahr eines Stoffs, P-Sätze (Precautionary Statements) nennen Maßnahmen für den sicheren Umgang.HaltbarkeitDie Haltbarkeit gibt an, wie lange ein Produkt bei richtiger Lagerung seine Eigenschaften behält. Sie hängt von Inhaltsstoffen, Temperatur, Licht und Verpackung ab.HarnstoffHarnstoff (Carbamid) ist ein farbloses, gut wasserlösliches Salz mit vielfältigen Einsatzbereichen: Dünger, Chemie, Abgasnachbehandlung und Hilfsstoff.HEDP (Etidronsäure)HEDP ist ein Phosphonat, das Kalkbeläge schon in kleinen Mengen verhindert und Metallionen bindet. Es enthält keinen Stickstoff und ist auch bei höheren Temperaturen stabil.HLB-WertDer HLB-Wert (Hydrophilic-Lipophilic Balance) beschreibt das Verhältnis von wasserfreundlichen zu fettfreundlichen Anteilen eines Tensids auf einer Skala von etwa 0 bis 20.HochdruckreinigungBei der Hochdruckreinigung löst ein Wasserstrahl unter hohem Druck den Schmutz mechanisch. Mit Heißwasser und Reinigerzusatz steigt die Wirkung deutlich.HydrolyseBei der Hydrolyse wird eine chemische Verbindung durch Wasser gespalten. In Formulierungen führt sie dazu, dass manche Stoffe in sauren oder alkalischen Lösungen mit der Zeit abgebaut werden.Hydrophil und hydrophobHydrophile Stoffe lösen sich gut in Wasser oder werden davon benetzt. Hydrophobe Stoffe meiden Wasser und lösen sich besser in Ölen und Fetten.HydrotropHydrotrope sind Löslichkeitsvermittler. Sie halten Tenside und Salze in konzentrierten Formulierungen klar und dünnflüssig in Lösung.HygroskopieHygroskopische Stoffe nehmen Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft auf. Pulver können dadurch verklumpen, Flüssigkeiten sich verdünnen.

I

K

KalilaugeKalilauge ist die wässrige Lösung von Kaliumhydroxid (KOH). Sie wirkt ähnlich wie Natronlauge, bildet aber besser lösliche Seifen und ist oft in flüssigen Reinigern zu finden.KalkausfällungKalkausfällung ist das Ausscheiden von Calciumcarbonat aus hartem Wasser, etwa beim Erwärmen oder Verdunsten.KalkschleierKalkschleier ist ein weißlicher Belag aus Calciumcarbonat, der beim Antrocknen von hartem Wasser auf Glas, Armaturen und Fliesen entsteht.KalkseifeKalkseife entsteht, wenn Seife auf Calcium oder Magnesium aus hartem Wasser trifft. Sie ist unlöslich und bildet einen grauweißen Belag.Kationisches TensidKationische Tenside tragen eine positive Ladung am wasserfreundlichen Teil. Typisch sind quartäre Ammoniumverbindungen („Quats“), etwa in Weichspülern und Desinfektionsmitteln.KavitationKavitation ist die Bildung und das Zusammenfallen von Dampf- oder Gasblasen in einer Flüssigkeit. Beim Kollaps entstehen kurze Druckspitzen, die Schmutz von Oberflächen lösen.KlarlackDer Klarlack ist die oberste, transparente Schicht des Fahrzeuglacks. Er schützt die Farbschicht und gibt dem Lack Glanz.KlarpunktDer Klarpunkt ist die Temperatur, bei der eine trübe Flüssigkeit klar wird. Bei Tensidlösungen ist er ein Maß für die Temperaturstabilität.Kokamidopropylbetain (CAPB)Kokamidopropylbetain ist ein amphoteres Tensid, das Schaum stabilisiert, die Hautverträglichkeit verbessert und Tensidmischungen verdickt.KomplexbildnerKomplexbildner binden Calcium, Magnesium und Schwermetallionen im Wasser und verhindern, dass sie Reinigung und Tenside stören.KonservierungsmittelKonservierungsmittel verhindern, dass Keime und Pilze ein wasserhaltiges Produkt im Gebinde verderben lassen. Sie sind nicht dasselbe wie Desinfektionsmittel.KonzentratEin Konzentrat ist ein Reiniger in unverdünnter Form, der vor der Anwendung mit Wasser auf die Gebrauchskonzentration verdünnt wird.KorrosionKorrosion ist die chemische oder elektrochemische Zerstörung von Werkstoffen, vor allem von Metallen. Reiniger können sie auslösen oder beschleunigen.KorrosionsinhibitorKorrosionsinhibitoren sind Zusätze, die den Angriff eines Reinigers oder von Wasser auf Metalle verringern.Krafft-TemperaturDie Krafft-Temperatur ist die Temperatur, ab der ionische Tenside in Wasser Mizellen bilden können. Darunter sind sie schlecht löslich und die Lösung wird trüb.Kritische Mizellbildungskonzentration (CMC)Die CMC ist die Tensidkonzentration, ab der sich Mizellen bilden. Oberhalb davon ändert sich die Oberflächenspannung kaum noch.

L

M

N

NachspülenNachspülen entfernt Reiniger und gelösten Schmutz mit klarem Wasser von der Fläche.NatriumacetatNatriumacetat ist das Natriumsalz der Essigsäure. In Rezepturen dient es als Puffersalz, Elektrolyt und Hilfsstoff.Natriumcarbonat (Soda)Natriumcarbonat, kurz Soda, ist ein Salz mit alkalischer Wirkung. Es enthärtet Wasser, löst Fett leicht an und ist ein klassischer Baustein von Pulverreinigern.NatriumgluconatNatriumgluconat ist ein biologisch gut abbaubarer Komplexbildner, der besonders in stark alkalischen Lösungen Calcium und Eisen bindet.Natriumhydrogencarbonat (Natron)Natriumhydrogencarbonat, Natron, ist ein mildes Alkalisalz. Es puffert den pH-Wert, bindet Gerüche und wirkt als sanftes Scheuermittel.NatriumhypochloritNatriumhypochlorit ist ein starkes Oxidationsmittel und Bestandteil von Bleichlauge. Es bleicht, wirkt keimtötend und setzt mit Säuren giftiges Chlor frei.Natriumlaurylethersulfat (SLES)SLES ist ein anionisches Tensid mit starkem Schaum und guter Fettlösung. Es ist das am häufigsten eingesetzte Tensid in Shampoos, Spülmitteln und Reinigern.NatriumpercarbonatNatriumpercarbonat ist ein Addukt aus Soda und Wasserstoffperoxid. Es setzt in Wasser Wasserstoffperoxid frei und dient als Sauerstoffbleiche.Natriumsilikat (Wasserglas)Natriumsilikat, Wasserglas, ist ein alkalisches Salz der Kieselsäure. In Reinigern liefert es Alkalität und schützt Aluminium und Zink vor Angriff.NatronlaugeNatronlauge ist die wässrige Lösung von Natriumhydroxid (NaOH). Sie ist stark alkalisch, ätzend und der Hauptwirkstoff vieler Fett-, Rohr- und Ofenreiniger.NatursteinNaturstein umfasst viele Gesteine mit sehr unterschiedlicher Empfindlichkeit. Kalkhaltige Steine wie Marmor, Kalkstein und Travertin reagieren auf Säure.NetzmittelNetzmittel senken die Oberflächenspannung von Wasser, damit es Flächen gleichmäßig benetzt und in feine Spalten und Poren eindringt.NeutralisationBei der Neutralisation reagieren Säure und Lauge zu Wasser und einem Salz. Der pH-Wert nähert sich dabei 7, und es entsteht Wärme.Nichtionisches TensidNichtionische Tenside tragen keine elektrische Ladung. Sie sind unempfindlich gegen hartes Wasser und lösen Fett und Öl besonders zuverlässig.

O

P

PassivierungPassivierung ist die Bildung einer dünnen, dichten Oxidschicht auf Metalloberflächen, die vor weiterer Korrosion schützt. Bei Edelstahl beruht der Schutz auf einer Chromoxidschicht.Persönliche Schutzausrüstung (PSA)Persönliche Schutzausrüstung schützt Menschen beim Umgang mit Gefahrstoffen: Schutzbrille, Handschuhe, Schutzkleidung und bei Bedarf Atemschutz.pH-MessungDen pH-Wert misst man mit Indikatorpapier oder einer pH-Elektrode. Die Elektrode ist genauer und muss regelmäßig kalibriert werden.pH-WertDer pH-Wert gibt an, wie sauer oder alkalisch eine wässrige Lösung ist. Die Skala reicht von 0 (stark sauer) bis 14 (stark alkalisch), pH 7 ist neutral.PhasentrennungPhasentrennung bedeutet, dass sich ein ursprünglich einheitliches Produkt in zwei oder mehr Schichten aufteilt.PhosphatPhosphate sind Salze der Phosphorsäure. Sie wirken als Komplexbildner, Dispergiermittel und Puffer und sind in Reinigern lange etabliert.PhosphorsäurePhosphorsäure ist eine mittelstarke anorganische Säure. Sie löst Kalk und Rost, wirkt dabei weniger aggressiv als Salzsäure und hinterlässt eine dünne Phosphatschicht auf Eisen.pKs-WertDer pKs-Wert beschreibt die Stärke einer Säure: Je kleiner der Wert, desto leichter gibt die Säure Protonen ab. Er ist nicht dasselbe wie der pH-Wert einer Lösung.PolycarbonatPolycarbonat ist ein transparenter, schlagzäher Kunststoff für Lichtkuppeln, Dachplatten, Scheinwerfer und Brillengläser.PolycarboxylatPolycarboxylate sind Polymere mit vielen Carboxylgruppen, zum Beispiel Polyacrylate. In Reinigern wirken sie als Dispergier- und Kalkschutzmittel.PPWRDie PPWR (Verordnung (EU) 2025/40) ist die EU-Verpackungsverordnung. Sie gilt seit dem 12. August 2026 unmittelbar in den Mitgliedstaaten und löst die bisherige Verpackungsrichtlinie ab.PropylenglykolPropylenglykol (1,2-Propandiol) ist ein farbloser, mit Wasser mischbarer Alkohol. Er wirkt als Lösungsvermittler, Feuchthaltemittel und Frostschutz.PufferkapazitätDie Pufferkapazität beschreibt, wie viel Säure oder Lauge eine Lösung aufnehmen kann, ohne dass sich der pH-Wert stark ändert.

Q

R

S

SalpetersäureSalpetersäure ist eine starke Mineralsäure mit oxidierender Wirkung. Sie dient zur Passivierung von Edelstahl und zum Entfernen von Belägen in der Technik.SalzsäureSalzsäure ist die wässrige Lösung von Chlorwasserstoff (HCl). Sie ist eine starke Mineralsäure, löst Kalk, Rost und Zementreste und wird in Handelsform meist mit rund 30 bis 37 …Saurer ReinigerSaure Reiniger haben einen pH-Wert unter 7. Sie lösen mineralische Beläge wie Kalk, Urinstein, Rost und Zementschleier.SchaumlanzeEine Schaumlanze ist ein Aufsatz für Hochdruckreiniger, der Reiniger mit Wasser und Luft zu dichtem Schaum mischt. Der Schaum haftet länger an senkrechten Flächen.SchaumreinigungBei der Schaumreinigung wird der Reiniger als Schaum aufgebracht, einwirken gelassen und anschließend abgespült. Typisch ist der Einsatz mit Schaumlanze oder Schaumpistole.SchaumverhaltenDas Schaumverhalten beschreibt, wie stark und wie lange ein Reiniger schäumt. Viel Schaum bedeutet nicht automatisch bessere Reinigung.SchlierenbildungSchlieren sind Streifen und Flecken, die nach der Reinigung auf glatten Flächen zurückbleiben. Ursachen sind meist Rückstände von Reiniger, Kalk oder Fett.SchmutzartenSchmutz lässt sich grob in organisch (Fett, Eiweiß, Stärke, Zucker, Öl) und anorganisch (Kalk, Rost, Salze, Zement) einteilen. Davon hängt die Wahl der Chemie ab.SchutzhandschuheChemikalienschutzhandschuhe sind nach EN ISO 374 geprüft. Das Material muss zum Stoff passen, eine Handschuhart gilt nicht für alle Chemikalien.SchwefelsäureSchwefelsäure ist eine sehr starke, wasserentziehende Mineralsäure. Sie wird technisch eingesetzt und gehört zu den am häufigsten hergestellten Chemikalien.SeifeSeifen sind Natrium- oder Kaliumsalze von Fettsäuren. Sie entstehen durch Verseifung von Fetten und wirken als anionische Tenside.SensibilisierungSensibilisierende Stoffe lösen nach wiederholtem Kontakt eine allergische Reaktion aus. Man unterscheidet Haut- (H317) und Atemwegssensibilisierung (H334).SicherheitsdatenblattDas Sicherheitsdatenblatt (SDB) ist das verbindliche Informationsdokument zu einem Stoff oder Gemisch. Es hat 16 Abschnitte zu Gefahren, Handhabung und Notfallmaßnahmen.SiedepunktDer Siedepunkt ist die Temperatur, bei der der Dampfdruck einer Flüssigkeit dem Umgebungsdruck entspricht und sie siedet. Wasser siedet bei Normaldruck bei 100 °C.SignalwortDas Signalwort auf dem Etikett zeigt den Schweregrad der Gefahr: „Gefahr“ für schwerwiegende, „Achtung“ für weniger schwerwiegende Gefahren.SilikonölSilikonöl besteht aus Polydimethylsiloxan (PDMS). Es ist wasserabweisend, temperaturstabil und dient als Gleit-, Trenn- und Pflegemittel sowie als Entschäumer.Sinnerscher KreisDer Sinnersche Kreis beschreibt, dass das Reinigungsergebnis von vier Faktoren abhängt: Chemie, Mechanik, Temperatur und Zeit. Fehlt ein Faktor, muss ein anderer ihn ausgleichen.SolubilisierungSolubilisierung heißt, dass ein eigentlich wasserunlöslicher Stoff mithilfe von Tensiden in Mizellen aufgenommen wird und die Lösung klar bleibt.SpezifikationEine Spezifikation legt fest, welche Eigenschaften ein Produkt haben muss, mit Sollwerten und Toleranzen, zum Beispiel für Gehalt, pH-Wert, Dichte und Aussehen.SprühextraktionBei der Sprühextraktion wird Reinigungslösung in Textilien gesprüht und mit dem gelösten Schmutz wieder abgesaugt. Das Verfahren wird für Teppiche und Polster genutzt.StabilitätstestEin Stabilitätstest prüft, ob eine Rezeptur über Zeit, Temperaturwechsel und Lagerung unverändert bleibt, also klar, homogen und wirksam.STOP-PrinzipDas STOP-Prinzip ordnet Schutzmaßnahmen nach ihrer Wirksamkeit: Substitution, Technische, Organisatorische und zuletzt Persönliche Schutzmaßnahmen.SulfosuccinatSulfosuccinate sind anionische Tenside auf Basis von Sulfobernsteinsäure. Es gibt milde Typen für Hautprodukte und starke Netzmittel für technische Anwendungen.SuspensionEine Suspension ist eine Mischung aus einer Flüssigkeit und darin verteilten, nicht gelösten Feststoffteilchen. Sie setzt sich bei Ruhe oft ab.SVHCSVHC steht für Substances of Very High Concern, auf Deutsch besonders besorgniserregende Stoffe. Sie stehen auf der REACH-Kandidatenliste und unterliegen besonderen Informationspflichten.

T

TauchreinigungBei der Tauchreinigung werden Teile in ein Reinigerbad getaucht, oft mit Umwälzung, Erwärmung oder Ultraschall.Technische QualitätTechnische Qualität bedeutet, dass ein Rohstoff für gewerbliche und industrielle Anwendungen geeignet ist, nicht aber für Lebensmittel, Arzneimittel oder Kosmetik.Technisches DatenblattDas Technische Datenblatt (TDS) beschreibt Eigenschaften und Anwendung eines Produkts, zum Beispiel Aussehen, Dichte, pH-Wert, Dosierung und Lagerung. Es ist nicht gesetzlich standardisiert.TensidTenside sind grenzflächenaktive Stoffe: Sie senken die Oberflächenspannung von Wasser und lösen Schmutz von Oberflächen, damit er sich abspülen lässt.TestflächeEine Testfläche ist eine kleine, unauffällige Stelle, an der man einen Reiniger vor der eigentlichen Anwendung ausprobiert.TitrationBei der Titration wird die Konzentration eines Stoffs bestimmt, indem man eine Maßlösung bekannter Konzentration zugibt, bis ein Umschlagpunkt erreicht ist.Touchless-ReinigungTouchless-Reinigung ist die berührungslose Fahrzeugwäsche: Ein chemischer Vorreiniger löst den Schmutz, ein Hochdruckstrahl spült ihn ab, ohne dass Bürsten den Lack berühren.Triethanolamin (TEA)Triethanolamin ist ein Aminoalkohol, der Säuren neutralisiert und den pH-Wert einstellt. Er bildet mit Fettsäuren Seifen und schützt Metalle vor Korrosion.TrübungTrübung beschreibt, wie stark Licht in einer Flüssigkeit gestreut wird. Sie entsteht durch fein verteilte, ungelöste Teilchen oder Tröpfchen.

U

V

VerdickerVerdicker erhöhen die Viskosität eines Produkts. Sie machen es dickflüssiger, damit es besser haftet und sich besser dosieren lässt.VerdünnungsverhältnisDas Verdünnungsverhältnis gibt an, wie viel Konzentrat auf wie viel Wasser kommt, zum Beispiel 1:10 oder 5 %.VerdünnungswärmeBeim Verdünnen mancher Stoffe mit Wasser wird Wärme frei. Besonders stark geschieht das bei konzentrierter Schwefelsäure und bei Laugen.Verpackungsgesetz und VerpackDGDas Verpackungsgesetz verpflichtete Hersteller und Händler, die Verpackungen mit Ware erstmals in Verkehr bringen, zu Registrierung, Systembeteiligung und Datenmeldung. Seit dem 12. August 2026 gilt die EU-Verpackungsverordnung (PPWR), …VerseifungVerseifung ist die Spaltung von Fetten und Ölen durch Lauge in Glycerin und wasserlösliche Seifen. Sie ist der Grund, warum alkalische Reiniger Fett so gut lösen.ViskositätDie Viskosität beschreibt die Zähflüssigkeit eines Stoffs. Sie bestimmt, wie leicht ein Produkt fließt, sich dosieren lässt und an Flächen haftet.VOCVOC (volatile organic compounds) sind flüchtige organische Verbindungen. Dazu zählen viele Lösemittel und Alkohole.Vollentsalztes WasserVollentsalztes Wasser (VE-Wasser) ist Wasser, aus dem gelöste Salze und Ionen entfernt wurden, etwa durch Ionenaustauscher oder Umkehrosmose.VorreinigungDie Vorreinigung entfernt oder löst groben Schmutz, bevor die eigentliche Reinigung folgt. Sie spart Chemie und verhindert, dass Schmutz die Hauptreinigung stört.

W

Z